Satz umschreiben

Einen Satz schreibst du um, indem du ihn aktiv statt passiv formulierst, Substantive wieder zu Verben machst, Füllwörter streichst und das Wichtigste nach vorne holst. Ist er länger als etwa 20 Wörter, teile ihn – zwei kurze Sätze wirken fast immer klarer als einer.

Acht Muster, die fast immer helfen

  1. Aktiv statt passiv
    „Die Unterlagen wurden von mir verschickt“ → „Ich habe die Unterlagen verschickt.“
  2. Verb statt Substantiv
    „zur Durchführung der Prüfung“ → „um zu prüfen“. Substantivketten sind der häufigste Grund, warum ein Satz schwerfällig wirkt.
  3. Wichtiges nach vorne
    „Da wir diese Woche viel zu tun haben, schaffe ich es erst Freitag“ → „Ich schaffe es erst Freitag – diese Woche ist viel los.“
  4. Füllwörter streichen
    eigentlich, irgendwie, quasi, halt, mal – ersatzlos.
  5. Konjunktiv auflösen
    „Ich würde sagen, dass es besser wäre“ → „Besser wäre“. Zu viel Konjunktiv wirkt unsicher.
  6. Doppelungen entfernen
    „bereits schon“, „letztendlich am Ende“, „genau der gleiche“ – jeweils eine Hälfte reicht.
  7. Bandwurmsatz teilen
    Mehr als 20 Wörter? Am „und“ oder „weil“ trennen.
  8. Konkret statt vage
    „zeitnah“ → „bis Freitag“. „Melde mich“ → „Ich rufe morgen früh an.“

Beispiele

Vorher

Ich würde sagen, dass es eigentlich besser wäre, wenn wir das Ganze irgendwie nochmal zeitnah besprechen könnten.

Nachher

Lass uns das noch einmal besprechen – passt Donnerstag um 14 Uhr?

Vorher

Die Bearbeitung Ihrer Anfrage wird von unserer Abteilung schnellstmöglich vorgenommen.

Nachher

Wir bearbeiten Ihre Anfrage bis Mittwoch.

Vorher

Aufgrund der Tatsache, dass der Termin nicht stattfinden kann, möchte ich um Verschiebung bitten.

Nachher

Der Termin klappt bei mir leider nicht. Können wir ihn verschieben?

Der Test danach

Lies den Satz laut. Wenn dir dabei die Luft ausgeht oder du stolperst, ist er noch zu lang. Und prüfe: Steht die Kernaussage im ersten Drittel? Wenn nicht, sortiere um.

Häufige Fragen

Wie schreibe ich einen Satz um?

Beginne mit dem, was der Satz sagen soll, mach aus Substantiven wieder Verben, streiche Füllwörter und teile ihn, wenn er länger als etwa 20 Wörter ist. Danach laut lesen: Wo du stolperst, muss noch etwas weg.

Wie lang darf ein Satz sein?

Als Faustregel höchstens 20 Wörter. Das ist keine Vorschrift, aber ab dieser Länge verliert man beim Lesen leicht den Faden – besonders auf dem Handy.

Warum klingt mein Satz so behördlich?

Meist wegen Substantivketten („zur Durchführung der Prüfung“) und Passiv („wurde vorgenommen“). Verb statt Substantiv und aktiv statt passiv lösen fast jeden solchen Satz auf.

Ist es unhöflich, den Konjunktiv wegzulassen?

Nein. Ein einzelner Konjunktiv wirkt höflich, drei in einem Satz wirken unsicher. „Könnten Sie mir bis Freitag Bescheid geben?“ ist höflich und klar zugleich.

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