KI-Tastatur fürs iPhone: wie sie funktioniert
Eine KI-Tastatur ist eine Tastatur-Erweiterung, die neben dem normalen Tippen Aktionen anbietet: Text umformulieren, daraus eine E-Mail machen, übersetzen. Der Text wird dafür an ein Sprachmodell im Internet geschickt und kommt umgeschrieben zurück – deshalb verlangt jede KI-Tastatur unter iOS den sogenannten Vollzugriff.
Wie das technisch abläuft
- Du tippst in einer beliebigen App
Die Tastatur ersetzt nur die Systemtastatur – WhatsApp, Instagram oder Mail merken davon nichts. - Du löst eine Aktion aus
Der Text im Feld wird ausgelesen und an den Server des Anbieters geschickt, der ein Sprachmodell anfragt. - Das Ergebnis kommt zurück
Meist nach ein bis drei Sekunden. Gute Tastaturen zeigen es als Vorschau, statt es sofort zu ersetzen. - Der Text wird eingesetzt
Die Tastatur löscht den alten Text und tippt den neuen ein – technisch dasselbe, als hättest du es selbst getippt.
Einrichten in vier Schritten
- App laden und einmal öffnen
- Einstellungen → Allgemein → Tastatur → Tastaturen → Neue Tastatur hinzufügen
- Auf die neue Tastatur tippen → „Vollzugriff erlauben" einschalten
Ohne diesen Schalter hat die Tastatur keine Internetverbindung – die KI-Knöpfe bleiben wirkungslos. - Weltkugel unten links gedrückt halten und umschalten
Was „Vollzugriff" wirklich bedeutet
Der Name klingt dramatischer, als er ist – gefährlich ist er trotzdem nicht null. Technisch erlaubt er der Tastatur zwei Dinge: eine Netzwerkverbindung und Zugriff auf einen gemeinsamen Speicher mit ihrer App. Damit kann eine Tastatur grundsätzlich das lesen, was du in ihr tippst.
Zwei Dinge sind dabei wichtig zu wissen:
- Passwortfelder sind ausgenommen. iOS blendet bei sicheren Textfeldern immer die Systemtastatur ein. Eine Fremdtastatur bekommt dein Passwort nicht zu sehen.
- Was zählt, ist der Anbieter. Die Berechtigung ist bei allen KI-Tastaturen identisch. Der Unterschied liegt darin, was mit dem Text passiert.
Woran du eine gute KI-Tastatur erkennst
Nur auf Knopfdruck
Läuft die KI laufend im Hintergrund mit, wird ständig Text übertragen – und Slang, Abkürzungen und Jugendsprache werden „korrigiert", obwohl sie so gemeint waren.
Tippen ohne Verzögerung
Die Tastatur muss sich anfühlen wie die von Apple. Jede Verzögerung beim Buchstaben merkst du hundertmal am Tag.
Vorschau statt Sofort-Ersetzen
Du solltest sehen, was eingesetzt wird, bevor es passiert – und es rückgängig machen können.
Klare Aussage zu den Daten
Wird Text gespeichert? Wer ist der KI-Anbieter? Steht das nicht verständlich in der Datenschutzerklärung, ist das ein Warnzeichen.
Ehrlicher Preis
Wochen-Abos für 6,99 € sind rechnerisch teurer als die meisten Jahrespreise. Achte auf den Betrag pro Jahr.
Deutsch, das sitzt
Viele Tastaturen werben mit „40+ Sprachen". Bei deutschen Nachrichten kommt es aber auf Zeichensetzung und Ton an, nicht auf die Zahl der Sprachen.
Wo die Grenzen liegen
Eine KI-Tastatur ist kein Ersatz für die Autokorrektur und keine Rechtschreibprüfung. Sie formuliert auf Wunsch ganze Sätze neu – dabei kann sich der Inhalt leicht verschieben. Deshalb gilt: Bei allem, was verbindlich ist – Zahlen, Termine, Zusagen –, lies das Ergebnis, bevor du es abschickst.
Und offline funktioniert nur das Tippen. Die Aktionen brauchen eine Verbindung.
Häufige Fragen
Kann die Tastatur meine Passwörter mitlesen?
Nein. iOS zeigt bei Passwortfeldern immer die Systemtastatur an, unabhängig davon, welche Tastatur du eingestellt hast.
Wird alles übertragen, was ich tippe?
Das hängt von der App ab – und genau danach solltest du auswählen. Bei einer Tastatur, die nur auf Knopfdruck arbeitet, verlässt Text erst dann das Gerät, wenn du eine Aktion antippst.
Funktioniert das in jeder App?
In jeder App mit normalem Textfeld: WhatsApp, Instagram, TikTok, Facebook, iMessage, Mail, Notizen, LinkedIn.
Gibt es das auch für Android?
KI-Tastaturen gibt es für beide Systeme; die einzelnen Apps unterscheiden sich aber. Rightly selbst gibt es derzeit nur für das iPhone.
Was ist der Unterschied zur Apple-Autokorrektur?
Die Autokorrektur ändert einzelne Wörter beim Tippen. Eine KI-Tastatur schreibt auf Wunsch ganze Sätze um, ändert den Ton und kann aus Stichworten eine E-Mail machen.
Rightly ist genau so gebaut
Tippen wie mit der Apple-Tastatur, KI nur auf Knopfdruck, Vorschau vor dem Einsetzen, Rückgängig – und ein Jahrespreis statt Wochen-Abo. Fünf Aktionen, kein Schnickschnack.
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